Energieintensität

Mit der Intensivierung der Landwirtschaft stiegen über Jahrzehnte die Energieaufwendungen für Dünge- und Pflanzenschutzmittel, Maschinen und Geräte, zugleich erhöhten sich die Erträge deutlich. Hieraus ergab sich die Frage nach der Entwicklung der Energieeffizienz bzw. -intensität (PIMENTEL et al. 1973, BONNY 1993, SCHROLL 1994, UHLIN 1999).
Mit der Energieintensität als eine häufig verwendete Maßzahl wird der produktbezogene Energieeinsatz in MJ GE-1 ausgedrückt. Nahezu alle landwirtschaftlichen Aktivitäten in modernen Anbausystemen sind mit dem Einsatz fossiler Energie verbunden. Mit dem Energieeinsatz steigt die Regelungsintensität; die Eingriffe in die Agrarökosysteme nehmen zu und damit auch potentielle Umweltwirkungen. Durch den Bezug auf die Produkteinheit wird jedoch auch den Freiräumen des Landwirts Rechnung getragen, durch Produktionsmaßnahmen und technische Innovationen die Effizienz zu erhöhen. Bei gegebenem Energieeinsatz sind jene Systeme effizienter, die höhere Produktmengen hervorbringen.

Die Energieintensität steht in engem Zusammenhang zur Betriebsstruktur (Anbauverhältnis, Tierbesatz), zum Intensitätsniveau (Einsatz direkter Energie), zum Stoffhaushalt (Mineraldünger-, Futterzukauf), zum Ertrags- und Leistungsniveau sowie zur Verfahrensgestaltung (Arbeitsgänge, Maschinenbestand). Dieser Zusammenhang erlaubt die Nutzung zur Beschreibung der Bewirtschaftungseffizienz (BREITSCHUH et al. 1993) und der Umweltwirkungen der Landwirtschaft (SRU 1994). Erforderlich ist die Einbeziehung des direkten Energieeinsatzes (Kraftstoffe, Brennstoffe, Strom...) innerhalb der Systemgrenze „Betrieb“, d.h. der Einsatz unmittelbar im Produktionsprozess zur Verrichtung von Arbeit und des indirekten Energieeinsatzes (Dünge- und Pflanzenschutzmittel, Maschinen und Geräte...) in Vorleistungsbereichen (Industrie, Handel, Transportwesen...).

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